Das Scannen im Vorbeifahren ist ja möglich, wie hoch ist das maximale Tempolimit dabei?
Die Frage nach der maximalen Geschwindigkeit für eine zuverlässige Erkennung lässt sich nicht so leicht beantworten. Letztlich entscheidet die Zykluszeit des zugrundeliegenden Algorithmusses für einen vollständigen Durchlauf der Erkennung.
Diese Zykluszeit hängt von folgenden Parametern ab:
- Performance des Rechners
- Optik der verwendeten Kamera
- Bildauflösung (Pixelanzahl)
- Wartezeit für ein Bild
zu 1: Die Performance des Rechners auf dem die Software läuft. Ergo: Die Hardware die zur Kennzeichenerkennung eingesetzt wird.
zu 2.: Bei einem langen Erkennungsbereich ergibt sich eine höhere Maximalgeschwindigkeit als bei einem kurzen Entfernungsbereich. In der Praxis lautet die Faustformel, der Minimal-Abstand von Kamera zum Kennzeichen entspricht etwa dem Erkennungsbereich von Minimal-Abstand bis Maximalabstand. D.h. die Brennweite des Objektivs bestimmt den Minimalabstand und somit auch den Erkennungsbereich. Beispiel: Bei einem Minimalabstand von 5m haben Sie einen Arbeitsbereich von 5 .. 10m vor der Kamera.
zu 3.: Je höher die Bildauflösung desto mehr Pixel müssen verarbeitet werden, was die Zykluszeit erheblich beeinflusst, daher ist stets eine möglichst kleine Bildauflösung vorzuziehen. Übliches Optimum liegt bei 800x600 bis 1200x960 Pixel je nach Anwendung und Rechner-Performance.
zu 4.: Für die Produkte Castor und HinnNprServer ist die Wartezeit für ein Bild stark von der Netzverfügbarkeit Ihres Netzes abhängig und der Zugriffsgeschwindigkeit bei der IP-Kamera. Bei den Produkten Pollux und HinnKey ist die Anlieferzeit für das Bild mit 20ms sehr kurz und somit nicht relevant.
1.Rechenbeispiel
| Produkt | HinnNprServer |
| Erkennungsbereich | 5 .. 10 m |
| Zykluszeit (Rechenzeit) | 0,3 Sek. |
| Maximal-Geschwindigkeit | 60 km/h |
2.Rechenbeispiel
| Produkt | Pollux |
| Erkennungsbereich | 3 .. 6 m |
| Zykluszeit (Rechenzeit) | 0,4 Sek. |
| Maximal-Geschwindigkeit | 27 km/h |
Systeme mit Trigger
Systeme mit Trigger kommen auf höhere Maximalgeschwindigkeiten, denn dort entscheidet nicht die Zykluszeit sondern der Trigger, wann ein Bild aufgenommen wird. Diese Systeme benötigen keine schnellen Rechner, denn die Auswertung des Bildes darf dauern.
Allerdings erkauft man sich diesen Vorteil durch erhebliche Nachteile:
- Es gibt nur eine Chance das Kennzeichen zu erkennen, wenn diese Chance zu einem schlechten oder falschen Ergebnis führt, dann dauert es (im besten Fall) sehr lange bis erneut analysiert wird
- Die Installation des Trigger-Detektors ist aufwändig und steigert den Preis des Gesamtsystems
- Die Fehleranfälligkeit ist deutlich erhöht